Dienstag, 17. Mai 2016

"Ghetto Bitch" von Gernot Gricksch

Bildquelle: amazon.de

Seitenzahl: 320 Seiten

Verlag: Dressler

Sprache: Deutsch

Erscheinungsdatum: 09.05.2016

ISBN: 978-3791500065










Kurzbeschreibung:

Hochglanz-Girl im Hochhaus-Schick: Die 15-jährige Nele wohnt mit ihrer Familie im schicken Hamburg-Poppenbüttel und führt ein unbeschwertes Leben. Doch plötzlich nimmt ihr Leben eine gravierende Wendung: Neles Vater stirbt und hinterlässt Berge von Schulden! Neles Mutter ist gezwungen, mit ihr und ihrem 14-jährigen Bruder das Villenviertel gegen eine Hochhaussiedlung in Hamburg-Steilshoop einzutauschen. Schnell ist Nele hier die arrogante Zicke vom Dienst und lässt kein Fettnäpfchen aus. Als jedoch der 18-jährige Skater Yannik auftaucht, gelingt es Nele immer besser, sich in ihr neues Umfeld zu integrieren.

Meine Meinung:

Nele kann sich kein besseres Leben vorstellen: Sie lebt in der wohlhabeneren Gegend von Hamburg, braucht sich keine Gedanken um Geld zu machen, hat den bestaussehensten Jungen der Schule zum Freund, sie selbst gehört zu den beliebten Mädchen, was wünscht man sich mehr? Die Ernüchterung kommt, als ihr Vater mit dem Auto verunglückt und dem Rest der Familie einen Haufen an Schulden hinterlässt. Nun heißt es nicht mehr Starbucks sondern die Bäckerei um die Ecke, denn Nele muss mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Timo ihre alte Umgebung verlassen und ins "Ghetto" ziehen. Um kein Mitleid zu erregen und auch den dummen Sprüchen aus dem Weg zu gehen, bricht sie mit ihrer alten Umgebung komplett ab.

Reaitätsnah und mit leichten Unterschichtenklischees unterlegt, das ist "Ghetto Bitch" von Gernot Gricksch. Durch den sehr einfach gehaltenen Schreibstil ist dieses Buch eine wirklich super Lektüre für Zwischendurch, die die Sichtweisen der unterschiedlichen Schichten wunderbar beschreibt.

Situationen aus dem alltäglichen Leben werden schön herausgearbeitet, glaubhaft dargestellt und durch die momentane Jugendsprache wunderbar unterlegt. Neles Charakterwandlung vom reichen Mädchen zu einem "normalen" Teenager ist super umgesetzt. Auch die Probleme, die der Umzug und die neuen Menschen mit sich bringen sind nicht einfach aus dem Nichts gegriffen, sondern beschreiben sehr gut die Unterschiede, die Nele mit ihrer Familie in der neuen Umgebung erlebt.

"Ghetto Bitch" ist ein wirklich schöner und lebhafter Jugendroman, der mit seinem Thema doch auch zum Nachdenken anregt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen